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Seifenblasen

Ich muss seit einigen Tagen viel an die Situation mit den Seifenblasen denken. Dieser Moment am Kölner Hauptbahnhof war einfach malerisch. Meine Reise zurück nach Berlin verlief ziemlich unspektakulär, wobei ich offen sagen muss, dass ich mich nicht besonders gut fühlte.

 

Ich weiß nicht woher die Abneigung gegen die Hauptstadt herkommt, aber sie war deutlich zu spüren. Bereits im ersten S Bahnwagon roch es sehr unangenehm und nach genauerem Hinsehen, war mir auch der Grund bewusst. Eine große Pfütze erbrochenem arbeitete sich langsam durch das Abteil, keine Seltenheit. Ich hatte einige Stationen noch vor mir und flüchtete an das andere Ende der Bahn.

 

 

In meinem Kopf verarbeitete ich die letzten Tage. Die offenen Fragen wollten beantwortet werden doch ich hatte keine Antworten. Beantwortete ich in einem Monolog die eine Frage so eröffneten sich mir gleich drei neue.

Ich war ziemlich froh das mich mein bester Freund Daniel bereits am Montagmorgen anrief und mich aus meiner Gedankenwelt riss. Es war merkwürdig, aber Köln schien auch ihn zu beschäftigen. Ohne Daniel groß von meinem inneren Monolog zu erzählen sprach er den eventuellen Neuanfang in Köln an und konfrontierte mich aufrichtig mit den „Risiken“ ich wusste das er in vielen Punkten recht hatte und sagte ihm auch, dass mein Vorhaben aktuell nicht spruchreif wäre.

 

 

 

Auch wenn ich jetzt bereits 3 Tage wieder in Berlin bin, habe ich doch etwas in Köln zurückgelassen. Es ist komisch da mein Gefühl mir sagt ich hätte etwas vergessen, doch was war es? Ich bin mir nicht sicher. Oft sind es die eignen Erinnerungen, die Situationen so kostbar machen und oft wünsche ich mir meine Erinnerungen einfach aus meinem Kopf zu „ziehen“ und irgendwo aufzubewahren. So ähnlich wie das Denkarium bei Harry Potter. Ich trage so viele wertvolle Erinnerungen in mir und mit der Zeit werden sie blasser. Ich habe Angst, dass meine Erinnerungen noch schwächer werden oder sich gänzlich verflüchtigen.

 

 

 

Oft stelle ich mir die Frage, woher die tiefste Zuneigung für einen besonderen Menschen entsteht und welche Ursache sie hat. Ist es die Aura des anderen? Die Mimik? Ist es das Gefühl welches er mir gibt, wenn er verschämt auf den Boden guckt? Ist es die Schönheit die von dem Menschen ausgeht? Oder eher die Fähigkeit ein warmes nicht enden wollendes Gefühl in mir zu wecken welches ich schon lange für verstorben vermutete? Ich weiß es nicht und ich kann nur meine Augen schließen und mich diesem schönen Gefühl hingeben. Oft sind es Dinge, genau die Dinge die uns so wahnsinnig machen, die man begehrt aber nicht haben kann. Ich für meinen Teil möchte niemanden „einfach haben“ sondern ich möchte jemanden der von sich aus bei mir sein möchte, der mich in den Arm nimmt und mir das Gefühl gibt – jetzt, hier in diesem Moment ist alles gut – dieses Gefühl der Geborgenheit ist aus meiner Sicht das größte gemeinsame Geschenk, welches man erhalten kann.

 

 

Tiefste Zuneigung ist so zerbrechlich wie eine Seifenblase. Oftmals verlernen die Menschen in ihren Partnerschaften achtsam zu sein. Auf jemanden zuzugehen und die Liebe zu schätzen. Das Monster welches ich Alltag nenne, schafft es zwei sich liebende Seelen so weit voneinander zu entfernen das nur ein kurzer Moment reicht um sich seiner Gefühle nicht mehr sicher zu sein. Ich kann nur die Botschaft aussprechen, die so wichtig ist. Jede Partnerschaft ist kostbar und solange sich beide Seelen zueinander hingezogen fühlen ist es das größte Glück auf Erden. Doch entfernen sich zwei Seelen voneinander sollte man seine Kräfte sammeln und sich drei Frage stellen:

 

 

Bin ich Glücklich?

 

Fühle ich mich so geliebt wie ich bin?

 

Habe ich den Menschen an meiner Seite, mit dem ich bis zum letzten Tag zusammen sein möchte?

 

 

 

Wenn deine Seele zu Dir spricht und Dir sagt, dass du dieses nicht hast, sollte jeder an sich denken und das möglichste tun, um wieder Glücklich zu sein. Jedes Gefühl ist so sensibel und verletzbar wie eine Seifenblase – achte darauf nicht zu zerplatzen.

 

 

Ich für meinen Teil bin glücklich und weiß das mein Seelenverwandter da draußen ist, ich werde solange ich kann auf dein Zeichen warten!

 

 

 

Denny Peletier

 

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