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Zodiac Dreams - Teil 1 Der Pfeil

Zodiac Dreams – Teil 1 Der Pfeil

 

Ein großes Wesen mit gedrehten Hörnern lag regungslos vor einem dunklen Höhleneingang. Es war bereits früh am Morgen und die aufgehende Sonne glitzerte in dem nahen liegenden Meer. Das Wesen war zwar wach, doch fehlte es ihm an Energie. Das war in letzter Zeit oft der Fall. Zwar sah das Wesen müde und antriebslos aus doch im inneren des Kopfes arbeiteten viele Gedanken und viele Erinnerungen. Der Widder, ein stolzes Tier geboren im Zeichen des Feuers. Stark, mutig und ehrgeizig doch so groß wie das Ego dieses Wesens war, war auch sein Verlangen nach Geborgenheit, liebe und eine unendliche Sehnsucht größer als das weite Meer.

Der Widder war müde, erschöpft von seinen Gedanken, ausgebrannt von dem erlebten. Sicherlich klingt dies auf dem ersten Blick nach einem „Pflegefall“ doch so war es nicht. Der Widder war ein Kämpfer und die Flamme seines Elementes loderte tief in seinem Herzen. Der Widder wusste, dass es eine alte Legende gab die sich das „Gesetz der Anziehung“ nannte.

 

Dieses Gesetz erlaubte jeden Wunsch den man hatte in Erfüllung gehen zu lassen, ähnlich wie bei einem Flaschengeist, nur völlig real. Bei dem Gesetz der Anziehung, hatte man die Möglichkeit, einen Wunsch an den weiten Kosmos zu äußern und ihn definitiv erfüllt zu bekommen. Wünschte sich der Widder zum Beispiel unendliche Reichtümer, so musste er nur daran denken, wie es wäre, wenn er diese bereits hätte und würde sie so erhalten. So war es zu mindestens in der Theorie.

 

Doch was dem Widder fehlte waren nicht etwa unendliche Reichtümer oder andere Sachgegenstände, sondern das Gefühl angekommen zu sein. Der Widder wünschte sich nichts sehnlicheres als einen Seelenverwandten an seiner Seite, mit dem er gemeinsam durch die tiefen Wälder streifen konnte. Jemanden auf den er sich verlassen konnte und der ihm dabei half seine unergründlichen Gedanken verstummen zu lassen.

 

Der Widder wusste, dass es nichts brachte, nach eben diesem Seelenverwandten zu suchen. Alles im Leben ist auf einer unbestimmten Art vorbestimmt, und wenn es dort draußen diesen Seelenverwandten geben würde, so würde der Widder unabhängig von allem, auf ihn stoßen. Doch der Widder wollte nicht nur nehmen, nein dazu war die Flamme der Leidenschaft in ihm viel zu groß. Der Widder hatte etwas, was in der heutigen Gesellschaft sehr selten war. Ein bedingungslos liebendes Herz. Treu, ehrlich, aufrichtig und loyal. Egal wie sehr das Umfeld des Widders, genau diese Eigenschaften seines Herzens zu zerstören versuchte, blieb der Widder seinen Werten treu.

 

 

 

Die Zeit verging zügig und aus einem Impuls heraus hob der Widder seinen Kopf. Es war Zeit seine Höhle der Einsamkeit zu verlassen und einen neuen Teil des Waldes am Meer zu erkunden.

 

In der Vergangenheit hielt sich der Widder viel am Meer auf und stieß so auf den sensiblen Krebs, der ihm außer Kummer nicht viel geben konnte. Einige Jahre danach begegnete der Widder dem Fisch, sanft und anmutig doch leider völlig realitätsfremd. Sicherlich ein Begleiter solange der Widder mit der Hufe im kalten Wasser stand doch der Widder brauchte jemanden, mit dem er gemeinsam umherstreifen konnte und das nicht nur im Wasser.

 

Der Widder ließ das große Meer mit seinen merkwürdigen Bewohnern hinter sich und machte sich auf, den düsteren Wald zu erkunden. Er war niemals zuvor an diesem Ort gewesen und wusste weder auf welche Wesen er hier treffen würde noch inwieweit diese seine Sehnsüchte teilten. Doch der Widder wusste auch nicht, wohin seine Reise ihn führen würde. Er lief viele Stunden über verwurzelte Schleichwege bis er auf eine große offene Lichtung kam. Auf dieser Lichtung schimmerten bunte Federn eine Art Weg. Der Widder folgte den Pfauenfedern die ihn noch tiefer in das Unterholz führten.

 

Die Sonne musste inzwischen hoch über ihn gestanden haben doch der Wald war zu dicht um von dem wärmenden Licht berührt zu werden. Die Spur aus bunten Federn war ebenfalls verschwunden. Der Widder hatte sich verlaufen. Suchend schaute er sich um, doch konnte er seine eigene Spur nicht mehr erkennen.

 

Blau leuchtende Schmetterlinge tanzten am Wegesrand und der Widder folgte ihn behutsam. Langsam trottete er noch tiefer in den Wald, als plötzlich ein lautes Zischen nur knapp an seinen Hörnern vorbei sauste. Der Widder schrecke zusammen und schaute geradewegs in die braunen Augen eines Schützen der den Bogen angespannt hatte und den Widder mit einem zweiten Schuss traf. Der Widder wusste nicht wie ihm geschah und verlor den Boden unter seinen Füßen. Die blauen Schmetterlinge zerstreuten sich und der Widder schloss seine Augen.

 

 

 

Fortsetzung folgt….

 

 

 

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